Ortsverband Politische Kultur
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Prägend für Türkenfeld: Die Freien Wähler.

Die Freien Wähler in Türkenfeld mit Ihren Altbürgermeistern stehen für eine gute Entwicklung der Gemeinde und für eine hohe politische Kultur. Die Ziele und Schwerpunkte der politischen Arbeit und des Umgangs miteinander ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Sie sind einfach Grundlage und werden auch in Zukunft die Freien Wähler prägen.

Von 1984 bis 2008 stellten die Freien Wähler mit Hans Wölfel und Georg Klaß den Bürgermeister. Erst mit dem Aufkommen von Parteistrukturen in den 70er und 80er Jahren organsierten sich politische Gruppierungen wie auch die Freien Wähler, die sich erst 1992 gründeten. Davor gab es selbstverständlich ebenso politische Ausrichtungen auf kommunaler Ebene: Seitdem sich Türkenfeld nach dem Krieg ab 1948 wieder kommunal selbstverwaltet, hatte Konrad Huß das Amt bis 1971 inne, man kann ihn als klassischen Freien Wähler bezeichnen. Betrachtet man dazu Peter Ofer, der von 1972 bis 1984 Bürgermeister war, nach 5 Jahren Amtszeit aber die CSU verlies und als Parteiloser und damit praktisch als Freier Wähler das Amt weiter inne hatte, kann man weitere 7 Jahre addieren. Von 63 Jahren der Gemeindeverwaltung kann man ohne weiteres 54 Jahre den Freien Wählern als führend zuschreiben. Zumindest aber kann man diesen Amtszeiten die Ideologiefreiheit und die Praxisorientierung attestieren.

Auch die kommunale Unabhängigkeit von Zankenhausen nach dem Krieg von 1948 bis zur Vereinigung mit Türkenfeld 1972, ist geprägt von 3 Bürgermeistern, Wagner, Müller und Probst, alle samt Freie Wähler.

 

Altbürgermeister Hans Wölfel:

Schwerpunkte meiner Gemeinderatsarbeit in meiner Amtszeit von 1984 - 1996

- Kollegiale, rein sach- und problemorientierte, bürgernahe und fraktionsfreie Gemeinderatsarbeit im Sinne der Bayerischen Gemeindeordnung (Gemeinderäte sind so genannte Kollegialorgane und keine politischen Gremien).

- Solide, sparsame und gezielte Finanz- und Haushaltspolitik

- Bürgernahe, wirtschaftlich und effektiv arbeitende Gemeindeverwaltung

- Stärkung und Pflege des örtlichen Gemeinschaftsbewusstseins durch Förderung von Sport, Kultur, Bildung, Soziales usw., Verhinderung von Gruppen- und Gettobildung

- Förderung von Jugend- und Sozialarbeit

- Organisches Wachstum durch maßvolle Ausweisung von Bauland, vorwiegend an Einheimische

- Stärkung der örtlichen Infrastruktur durch Ausweisung eines Gewerbegebietes und Schaffung von Arbeitsplätzen

- Zügiger Ausbau der Ortsstrassen inkl. der Geh- und Radwegen (Konzept 2000)

- Schaffung von Einrichtungen der Daseinsfür- und Vorsorge, z.B. Sanierung und Erweiterung der Wasserversorgung, Ortskanalisation, Kindergärten, Schule inkl. Turnhalle und Hallenbad u.v.m.

- Erweiterung des Friedhofes und Weihersanierung (Ortsweiher)

- Erhaltung einer intakten Natur und Umwelt, Wahrung der Belange der Landwirtschaft, Landschaftspflege etc.

- Konstruktive Zusammenarbeit mit den Kirchen und Institutionen

Anmerkung:

In einer einvernehmlichen, vorbehaltlosen, kollegialen und konstruktiven Zusammenarbeit wurden in meiner Amtszeit alle so genannten Wahlziele nicht nur erreicht, sondern zum Teil erheblich übertroffen (z.B. Bau eines Feuerwehrgeräte- und Gemeinschaftshauses in Zankenhausen, örtliche Umsetzung des Abfallbeseitigungskonzeptes des Landkreises FFB) u.v.m.

 

Altbürgermeister Georg Klaß:

1996 habe ich am 1. Mai das Amt des Ersten Bürgermeisters von meinem Vorgänger Hans Wölfel übernommen. Die gesamte Amtszeit als Erster Bürgermeister waren 12 Jahre, bis 2008.

In all den Jahren war es mir ein großes Anliegen, für meine Heimatgemeinde optimale Voraussetzungen zu schaffen für ein gutes und engagiertes Miteinander aller Einwohner. Dazu zählen nicht nur die schulischen, kulturellen und sportlichen Bereiche.

Die Förderung aller Vereine zu eigenem Handeln und zu eigenen Aktivitäten ist die Voraussetzung für ein gutes gesellschaftliches Miteinander.

Selbst habe ich mich bei der Blasmusik eingebracht. Demnächst sind es 60 Jahre, in denen ich aktiv mitspiele und als Gründungsvorstand des Musikvereins ging es mir besonders um die Nachwuchsförderung und damit um den Erhalt der Blasmusiktradition in Türkenfeld.

Der sichtbare Ausdruck unserer Gemeinde, die Gebäude, ob gemeindliche oder private, Straßen und Plätze waren ein weiterer Schwerpunkt meiner Arbeit. Als Beispiel sei hier unser Ortskern genannt. Das in meiner Amtszeit renovierte Linsenmann-Haus ist mit dem Fugger-Schloß, dem Schoßhof, dem Feuerwehrhaus und dem neuen Pfarrheim zu einem sehr schönen Bauensemble verschmolzen. Dieses bildet mit unserer schönen Pfarrkirche „Maria Himmelfahrt“ das Herz Türkenfelds, das bei den verschiedenen Festivitäten im Schloßhof besonders zu spüren ist.

Zu diesem äußeren Erscheinungsbild gehören auch unsere neugestalteten und optisch gut gelungenen Ortstraßen. Drei Viertel dieser Ortsstraßen wurden in meiner Amtszeit mit großer finanzieller und ideeller Unterstützung der Anlieger ausgebaut.

Neben verschiedenen Baugebieten fiel in meine Amtszeit auch der Bau des Kindergartens „Sumsemann“ an der Donauschwabenstraße sowie der Schulhausanbau mit dem großzügig und funktionell gut gestalteten und ausgestatteten Musik-Probenraum.

Sicherlich ist allen Beteiligten noch unser großes Jubiläumsfest „1250 Jahre Türkenfeld“ in guter, bleibender Erinnerung. Mich selbst hat die Dynamik, mit der so überaus viele Bürgerinnen und Bürger aktiv mit gestaltet und mit gewirkt haben, sehr fasziniert. Ich konnte deshalb guten Gewissens den Aktivitäten buchstäblich freien Lauf lassen. Das denke ich, war auch das Geheimnis des Erfolgs.

Grundsätzlich war es immer mein Bestreben, in einer offenen und diskussionsfreudigen Gemeinderatsarbeit die auf uns zugekommenen Aufgaben zu lösen. Nur dadurch konnte auch das notwendige Verständnis in der Bürgerschaft erreicht werden, damit diese die Entscheidungen des Gemeinderates weitgehend mittragen konnte. Weiter habe ich versucht, die Aufgabenbereiche und Strukturen in der Gemeinde und deren Verwaltung einfach zu halten. In der Einfachheit liegt die Grundlage für eine gute Übersichtlichkeit und damit ein gutes Funktionieren sowie die Chance, viele engagierte Bürgerinnen und Bürger ehrenamtlich einzubinden.