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Regenerative Energie um jeden Preis?

Der Ausbau der regenerativen Energie ist unabdingbar, keine Frage. Um ökologisch Energie zu erzeugen, dürfen allerdings die Ökologie und der Bürger nicht auf der Strecke bleiben. Und genau dies ist oft ein zentraler Punkt, wenn es z.B. um die Windkraft geht.

Wie schon im Ziel 21 definiert, soll sich der Landkreis bis 2030 autark mit Energie versorgen. Dies kann mit Wasserkraft, Biomasse, Holz und Photovoltaik alleine nicht erreicht werden, zumindest, wenn es beim derzeitigen Energieverbrauch bleibt. Die einzige weitere zur Diskussion stehende Energiequelle ist die Windkraft. Dabei ist ein Faktor wichtig: Der Windindex, also wie oft und wie stark der Wind weht. In unseren Regionen beträgt er etwa 100, an der Küste sind es etwa 160. Deshalb hat gerade hier und im Wattenmeer der Ausbau der Windkraft in den letzten Jahren bevorzugt begonnen. Und soll nun bei uns weiter geführt werden, da unser Kreis ja selbst autark werden möchte.

Dabei ist eines klar: je weiter man nach oben über den Boden kommt, desto kräftiger weht der Wind. Deshalb werden bei den Windkraftanlagen die Naben in immer grösseren Höhen angebracht, dadurch kann auch der Durchmesser der Blätter steigen. Dazu kommt, dass ein Windkraftrad mit zunehmender Grösse in Relation zu seinen Investitionskosten immer wirtschaftlicher wird. Selbstverständlich sind außerdem höher gelegene Standorte prädestiniert für eine Windkraftanlage. Und diese finden sich nur in den westlichen Teilen des Landkreises und vor allem im Gemeindegebiet von Türkenfeld. Damit werden auch die dichter besiedelten Gebiete Fürstenfeldbruck, Olching, Maisach, Germering und Puchheim, die aber den höchsten Energieverbrauch haben, nicht tangiert.

Die Bedingungen für Windkraftanlagen werden dezidiert im Bayerischen Windatlas des Wirtschaftsministeriums beschrieben:

http://www.stmwi.bayern.de/fileadmin/user_upload/stmwivt/Publikationen/2014/Bayerischer-Windatlas-Maerz-2014.pdf

Es kann konkret davon ausgegangen werden, dass der Gollenberg und der Steingassenberg sich neben den Schneiderbergeln und den Zigeunerbergen mit am besten im Landkreis für Windkrafträder eignen.

Ziel 21, zur Umsetzung der Klimaziele gegründet, steht federführend für das Klimabündnis, dem die Gemeinde Türkenfeld im Dezember 2010 beigetreten ist. Auf Landkreisebene werden derzeit Standort- und Potenzialanalysen, gerade zu Windkraftanlagen, durchgeführt. Denn Windkraft ist wegen der derzeitigen hohen Förderungen besonders lukrativ. Ziel 21 will die Windkraft im Landkreis massiv ausbauen, die Stadtwerke FFB untersuchen bereits Standorte und werden wohl schneller mit Ergebnissen bei der Hand sein als die Studie in Höhe von etwa 400.000 € von Ziel 21. Es ist nicht schwierig vorherzusagen, dass sich die Standorte im Gemeindegebiet von Türkenfeld als mit am geeignetesten herausstellen werden. Damit wird klar, was uns erwartet:

Die Errichtung von Windkraftanlagen ist ein privilegiertes Vorhaben. Das bedeutet ganz konkret, dass weder Gemeinde noch Bürger trotz der Beteiligung beim Klimabündnis am Entscheidungsprozess wirklich beteiligt werden!

Ab gesehen davon, dass Türkenfeld sowieso schon einen sehr hohen Anteil regenerativer Energie erzeugt, worüber reden wir überhaupt?

Neue Wahrzeichen für Türkenfeld:

Artikel der SZ vom 22. Februar 2011, Zitat:

"Dass der Verein Ziel 21 verstärkt auf Windenergie setzt, hat auch technische Gründe. Erst seit etwa vier Jahren seien effektive Windräder für hügeliges Binnenland auf dem Markt. Die Türme dieser Anlagen sind bis zu 130 Meter hoch, die Flügel bis zu 70Meter lang, darum können man solche Windräder auch mitten in den Wald setzen. Die Anlagen müssen bis zu einem Kilometer entfernt von Häusern sein, weshalb für Aigner nur der Westen und Norden des Landkreises in Frage kommen."

Wohlgemerkt: bis zu einem Kilometer entfernt!

Kommt der Bau des Edeka am Ortsrand schon einem Sündenfall gleich, so würde der Bau der Windkraftanlagen ein Desaster bedeuten und die landschaftlich am schönsten gelegene Gemeinde des Landkreises eines ihrer grössten Schätze berauben: der Intaktheit ihres Landschaftsbildes und ihrer Natur. Durch die unmittelbare Nähe zum Ort wäre die Beeinträchtigung durch Lärm und Schattenwurf für die Bürger nicht zu unterschätzen, genauso wie die Gefahr von sich lösenden Eisstücken auf den Rotorblättern. Die Lärmbeurteilung bezieht sich etwa auf die Nabe, meist sind es hier etwa 109 dba Schalldruckpegel, nicht mehr weit weg von einem startenden Düsenjet. Durch die Nähe der Wohnbebauung zum Gollenberg könnte es sein, dass die notwendigen Abstände zur Einhaltung des Lärmschutzes nicht eingehalten werden können. Es kommt auch darauf an, ob es sich um ein Wohngebiet, ein reines Wohngebiet oder um einen Aussenbereich handelt, da je nachdem unterschiedliche Grenzwerte gelten. Allerdings gibt es konstruktive und technische Maßnahmen wie etwa die Drehzahl- und Leistungsbeschränkung, um die Geräusche zu beschränken. Um Eiswurf zu vermeiden, werden bei Bedarf Detektoren an den Rotorblättern installiert, die eine Eisbildung anzeigen könnten. Ob und in wie weit sich diese Maßnahmen auswirken können, kann ohne genaue Planung nicht beantwortet werden. Im besten Falle hätte man dann ein etwas leiseres Windrad vor der Türe.

Deshalb plädieren wir Freien Wähler dafür, Alternativen zur Windkraft in unserer Gemeinde zu schaffen. Energie sparen ist unsere beste Energiequelle, deshalb muss hier ein Schwerpunkt liegen. Etwa durch Dämmmaßnahmen an Gebäuden, dem Einsatz von stromsparenden Geräten und den Ersatz von Öl- und Gasheizungen durch energieeffiziente Wärmepumpen. Auch das tiefengeothermische Potenzial ist noch nicht untersucht worden, sollte in Zukunft die HDR (Hot Dry Rock) Technik weiter entwickelt und bezahlbar sein, könnte dies auch eine Möglichkeit sein, die im Gegensatz zur Windkraft sogar grundlastfähig ist. Durch die fehlende Grundlastfähigkeit der Windkraft kann allerdings kein einziges atomares oder kalorisches Kraftwerk abgeschaltet werden! Im Gegenteil, die durch die Windkraft hervor gerufenen Lastspitzen können durch das Netz nicht mehr kompensiert werden, deshalb rufen die EVU auch so vehement nach Elektroautos, in deren Akkus kann Strom bei Bedarf gebunkert werden. Anderenfalls bekommen Abnehmer an der Leipziger Strombörse für den Strombezug sogar etwas bezahlt, kaum im Sinne von Energieerzeugern- und vermarktern.

Zuerst kommen die Belange der Gemeinde, dann die des Landkreises! Und ganz am Schluss die Kapitalerträge von Investoren!

Ganz nach dem Motto "Wehret den Anfängen" sollten Bürger und Gemeinde ihre Wünsche kund tun und dem Klimabündnis samt Ziel 21 klar machen, dass die Versäumnisse anderer nicht uns zu unserem Schaden auferlegt werden können. Einerseits bemüht sich Türkenfeld unter hohem finanziellen Aufwand um eine zukunftsfähige Breitbandversorgung, auf der anderen Seite werden als Folge der Windkraftanlagen die Attraktivität Türkenfelds als Wohnort gemindert und damit die Immobilienpreise fallen – oder möchten Sie gerne unter den Kolossen leben? Zum anderen setzt das Klimabündnis auf private Investoren und Betreiber der Windkraftanlagen, deren Gewinne letztlich zu unseren Lasten erwirtschaftet werden sollen. Das Beispiel Edeka zeigt, wie stark die finanziellen Interessen von Investoren unsere Gemeinde beeinflussen. Auch wenn versucht wird, uns die Windkrafträder unter der Bezeichnung "Bürgerwindrad" als prosperierende Anlagemodelle zu verkaufen.

Werden Sie aktiv!

Sollte der Kreis mit dem Klimabündnis aber auf Standorte im Gemeindegebiet bestehen, so sollte Türkenfeld gewappnet sein. Derzeit werden Standorte lediglich untersucht, es gibt noch keine konkrete Planung. Trotzdem sollten wir nicht abwarten bis wir eines Tages vor vollendete Tatsachen gestellt werden! Wir Freien Wähler möchten die Bürger schon im Vorfeld sensibilisieren, um uns allen unsere Lebensqualität und Gesundheit zu erhalten. Nochmals: wir haben nichts gegen Windkraftanlagen, die unsere Lebensqualität nicht elementar beeinflussen. Wir möchten Sie als Bürger zum Dialog einladen, teilen Sie uns Ihre Meinung mit, engagieren Sie sich mit uns!

Wie denken Sie über Windkraftanlagen im Gemeindegebiet?  Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Welch höheres Einsparpotenzial die Energieverwertung gegenüber der Energieerzeugung, z.B. mit dem Einsatz von Wärmepumpen gegenüber einer Windkraftanlage hat, zeigt der Vergleich >>Windkraft gegen Wärmepumpe<< auf den Seiten der Informationskampagne Zukunft Umweltwärme.

 

WKA